Wildlife

Tierfotografie und Familienurlaub

Hallo zusammen,

einige Monate war es still hier, nun kommt endlich mal wieder ein kleiner Eintrag von mir. 😉
Urlaube eignen sich ja hervorragend dazu, mal in die Tierwelt einer anderen Region oder gar eines anderen Landes einzutauchen und andere Fotos mit nach Hause zu bringen als sonst. Wenn es sich bei dem Urlaub um einen Familienurlaub handelt – wie in meinem Fall – dann kann man natürlich nicht Tag und Nacht der Fotografie frönen. Umso schöner ist es, wenn man sich dann doch mal ein paar Stündchen frei schaufeln kann. Man sollte sich aber im Vorfeld schon etwas informieren, um die Motive leichter zu finden.

In meinem Fall wusste ich bereits seit langem, dass unser dänisches Urlaubsgebiet bekannt für seinen großen Rotwildbestand ist. Da es für mich sehr zeitaufwändig wäre, die Rotwildbrunft und Rotwild generell in Deutschland zu fotografieren, kam mir diese Gelegenheit ganz recht.
An zwei Abenden wollte ich also versuchen, einige Eindrücke vom Rotwild einzufangen. Die Fläche, auf der sich das Rudel meist aufhielt, lag abends immer genau im Gegenlicht. Also versuchte ich das beste aus den gegebenen Bedingungen zu machen.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Rotwild
Der Platzhirsch – schon leicht gezeichnet von den Strapazen der Brunft

Der Platzhirsch hielt das Rudel schön beisammen und die Widersacher auf Abstand.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Rotwild
Von der erhöhten Position hatte er seine Damen immer im Blick.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Rotwild
Näherte sich einer der Kontrahenten, wurden die Ansprüche lautstark untermauert.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Rotwild
Der prüfende Blick über die Schulter.

Von den Widersachern gab es so einige, wobei man bei den meisten nicht erwarten würde, dass sie in diesen jungen Jahren schon ernsthafte Ansprüche stellen würden.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Rotwild
Dieser junge Hirsch hatte mit der Brunft sicher noch nichts zutun. Er hielt sich unauffällig mit anderen jungen Hirschen am Rand.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Rotwild
Dieser auch erst halbstarke Hirsch hat es immerhin geschafft, fast eine Hand voll Damen von sich zu überzeugen.

So konnte ich einige schöne Stunden im besten Abendlicht die letzten Ausläufer der Brunft fotografieren und vor allem beobachten. Die Kulisse war traumhaft: weite Heidelandschaft, im sanften Übergang zur Dünenlandschaft der Nordseeküste. Aus allen Himmelsrichtungen ertönte in regelmäßigen Abständen das laute Röhren der Platzhirsche (ja, in dem Gebiet gab es mehrere große Rudel mit je einem führenden Hirsch).
Und ganz ungeplant entdeckte ich dann unweit des Weges eine Gruppe Goldregenpfeifer, die ich eigentlich nicht auf dem Zettel hatte. Aber wenn sie sich schonmal so schön präsentierten, wollte ich auch davon ein paar Fotos machen.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Goldregenpfeifer
Die Gruppe ist bereit zur Nachtruhe.

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Goldregenpfeifer
Ein einzelner Goldregenpfeifer saß im richtigen Winkel zur untergehenden Sonne, sodass ich ihn im Foto in wunderbar warmes Abendlicht tauchen konnte.

Insgesamt hat sich der Urlaub auch fotografisch gelohnt – trotz der eingeschränkten Zeit. 🙂

Urban Wildlife: im Kaninchenpark!

Hallo zusammen,

da ich nach einem kleineren Eingriff noch nicht wieder 100% mobil bin, kommen größere Fototouren derzeit nur bedingt in Frage. Also musste ich mir neue fotografische Ziele suchen, die für mich gut erreichbar sind. Da bot sich ein fußläufig erreichbarer Park an. Mitten in der Stadt tummeln sich hier zwielichtige Gestalten, aber auch eine Menge Wildkaninchen. Diese haben den Park als Lebensraum entdeckt und können hier, nahezu frei von natürlichen Feinden, gut leben. So zog es mich abends, als die Temperaturen erträglicher wurden, mal mit der Kamera in den besagten Park.

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Wildkaninchen, Kaninchen
Wildkaninchen

Die Wildkaninchen dort haben zwar die Scheu vor dem Menschen größtenteils abgelegt, sind aber trotzdem immer wachsam und verschwinden bei drohender Gefahr (freilaufenden Hunden, lautem Gelächter, etc.) sofort in einem der unzähligen Baue. Ich setzte mich also erstmal auf eine der Parkbänke um zu beobachten, wo die Kaninchen sich bevorzugt aufhalten und wo es dann lohnenswert wäre, auf Fotos zu hoffen. Nach einiger Zeit kamen sie auch nach und nach wieder hervor und fingen an, auf den Wiesen am Gras zu fressen.

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Wildkaninchen, Kaninchen
Wildkaninchen

Als die Gruppe vollzählig auf der Wiese erschienen war wurde klar: sie haben anscheinend einen frischen Wurf mit noch ziemlich kleinen Jungtieren. Diese wieselflinken Zwerge hatten es mir in der Folge besonders angetan, waren jedoch durch die Geschwindigkeit und teilweise schwierige Lichtverhältnisse gar nicht so einfach zu erwischen.

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Wildkaninchen, Kaninchen
Wildkaninchen

Nach ungefähr anderthalb Stunden habe ich dann den Heimweg angetreten. Den Park werde ich in Zukunft sicher noch öfter aufsuchen, auch weil sich dort noch einige Eichhörnchen rumtreiben. Diese sind leider an anderen bekannten Stellen nahezu vollständig verschwunden.

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Eichhörnchen
Eichhörnchen

Als Fazit lässt sich sagen, dass es nicht immer die große, weite Wildnis sein muss. Auch kleinere Lebensräume in unmittelbarer Nähe zu den Menschen werden von bestimmten Tierarten sehr erfolgreich erobert. Auch hier lohnt sich das Fotografieren!

Abschließend noch einige Impressionen aus dem Park:

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Wildkaninchen, Kaninchen
Wildkaninchen

 

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Wildkaninchen

 

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Wildkaninchen

 

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Wildkaninchen

Ein Tag im Schreiadlerrevier

Hallo zusammen,

mittlerweile ist mein letzter Blogeintrag fast zwei Monate her und es wird Zeit von ein paar besonderen Erlebnissen in der Zwischenzeit zu berichten! Im April war ich gemeinsam mit einem Fotofreund wieder einmal ein paar Tage in Mecklenburg-Vorpommern. Diese Tage sollten ganz im Zeichen der Tierfotografie stehen und so hatten wir uns als oberstes Ziel vorgenommen, Fotos vom seltenen Schreiadler mit nach Hause zu bringen.

Dies gestaltet sich jedoch insofern schwer, als dass es auf deutschem Boden nur noch ca. 100 Brutpaare dieses kleinen Adlers gibt, die sich auf die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg verteilen. Eine Suche auf eigene Faust erscheint da nur sehr wenig sinnvoll und dürfte vor allem wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als wir beiden durch Urlaubstage zur Verfügung gehabt hätten. Also fiel die Wahl auf einen vorbereiteten Ansitzplatz, der sich mitten in einem Schreiadlerrevier befindet und an dem seit mehreren Jahren erfolgreich Schreiadler fotografiert werden konnten.

Dort angekommen dauerte es nicht allzu lange, bis sich der erste Gast an dem kleinen Gewässer blicken ließ. Jedoch war es (noch) nicht der Schreiadler, sondern eine weibliche Rohrweihe die sich zu uns gesellte.

Auch andere Gäste, wie zum Beispiel mehrere Mäusebussarde und eine Bachstelze konnten wir in Verstecknähe fotografieren.

 

Doch irgendwann war der Moment gekommen, an dem der Schreiadler zum ersten Mal auf der Bildfläche erschien. Durch den eingeschränkten Blick aus dem Versteck hinaus konnten wir ihn erst spät bemerken. Er kam in typischer Schreiadlermanier!

Nachdem er sich ausgiebig umgesehen hatte und die Lage für sicher genug befunden wurde, fing der Schreiadler an langsam immer näher zu marschieren. Dies ist übrigens eine typische Jagdmethode des Schreiadlers, der sehr viel „zu Fuß“ unterwegs ist und sich dabei kleinere Beutetiere aus dem Gras fängt.

Über den Tag verteilt war der Schreiadler auf diese Weise mehrfach am Ansitzplatz und wir konnten ihn ausgiebig fotografieren und auch beobachten. Manchmal war er auch aus dem Blickfeld verschwunden und wir konnten seine Rufe in einer Baumreihe in einiger Entfernung hören. Ein einziges Mal nahm auch er auf dem Koppelpfahl Platz, sodass wir auch den Schreiadler in sehr schöner Freistellung festhalten konnten.

Zu unserem Glück spielte auch das Wetter halbwegs mit, sodass wir eigentlich den ganzen Tag über mit Sonnenlicht ausgestattet wurden. Zwar sind die technischen Möglichkeiten der Kameras heute sehr weit und wir hätten ihn auch an einem bewölkten Tag fotografieren können, aber für das letzte Quentchen Bildqualität ist ausreichendes Licht doch unersetzlich.

Schlussendlich hatten wir schon einige Bilder des Schreiadlers am Boden und auf dem Koppelpfahl auf den Speicherkarten. Bis dato hatten wir uns nur getraut unsere Objektive sehr langsam zu bewegen, um den Schreiadler durch die Bewegungen nicht aufzuschrecken (die teilweise aus dem Versteck herausragenden Objektive sind das einzige, was man von ausserhalb sehen kann). Wir entschieden uns nun aber dazu, es doch auch einmal mit Flugbildern zu versuchen. Das sollte sich als gar nicht so einfach herausstellen, denn der Schreiadler flog leider überwiegend an der Seite des Verstecks vorbei, die von uns nur schwer erreichbar war. Hier war dann eine gute Reaktionszeit gefragt, denn er verschwand schnell aus der Reichweite unserer Objektive. Leider schaffte es der Autofokus nicht immer, schnell genug auf den Kopf des Schreiadlers zu fokussieren.

Aber auch wenn der Autofokus traf und der Adler die bessere „Abflugroute“ nahm, blieben die Fotos schwierig. Teilweise kam er im Flug dann sehr nah an das Versteck heran und wir konnten ihn nicht mehr komplett auf das Bild kriegen.

Schlussendlich war uns das Glück aber dann doch noch hold und uns gelangen Flugaufnahmen des Schreiadlers bei denen einfach alles passte.

Als die Sonne sich dann gegen Abend wieder knapp über den Horizont schob, verließen wir das Versteck und traten den Heimweg in Richtung Hotel an. Der Tag im Schreiadlerrevier verlief für uns sehr erfolgreich und wir werden uns sicher noch lange an den Fotos erfreuen und damit auch die Erinnerungen im Kopf wieder hervorholen. Eines steht für uns fest: sollte es die Zeit erlauben, werden wir wiederkommen und den Schreiadler ein weiteres Mal besuchen!

Zu Gast bei den Sumpfohreulen

Hallo zusammen!

Am vergangenen Wochenende hatte ich zum ersten Mal seit Wochen wieder die Gelegenheit, ausgiebig zu fotografieren.

Nachdem der Sonntag noch nicht verplant war, habe ich am Samstag den Entschluss gefasst zusammen mit einem anderen Fotografen am Sonntag den weiten Weg an die Nordseeküste zu den Sumpfohreulen anzutreten. Durch mehrere Fotos und Berichte in unterschiedlichen Foren hatte ich davon erfahren, dass mehrere dieser sonst sehr scheuen Eulen dort ohne große Fluchtdistanz auf einer Hundewiese zu fotografieren sind.

Gesagt, getan! Am Sonntag ging es also um 8 Uhr hier in Braunschweig los auf die 270km lange Strecke bis zur Nordsee. Bedingt durch wenig Verkehr und die Autobahn, die bis zu unserem Zielort führt, kamen wir schnell durch und waren gegen 10:30 Uhr am Zielort. Beim ersten Blick auf die Wiese wurde klar, dass einige andere Fotografen schon vor Ort waren und die Eulen entdeckt hatten. Sie ruhte gerade im Gras, vor ihr im Halbkreis hatten die Fotografen aufgebaut. Der Abstand zur Eule war so gering wie in den Berichten beschrieben, sie zeigte wirklich kaum Scheu. Sumpfohreulen gelten in Deutschland als vom Aussterben bedroht und sind nicht häufig anzutreffen. Ausserdem zeigen die hier heimischen Exemplare eine große Scheu und sind nur schwer vor die Linse zu bekommen. Die an der Küste anwesenden Eulen kommen augenscheinlich aber aus Gebieten zu uns zum Überwintern, in denen sie den Menschen nicht als Bedrohung wahrnehmen und daher auch nicht vor ihm Fliehen müssen.

Nach ein paar Fotos der Eule im Gras haben wir uns dann schnell einen anderen Standort auf der Wiese ausgesucht. Mit allen anderen Fotografen eine schlafende Eule zu belagern war nicht unbedingt unser Ziel. Wir wollten über diese Fotos hinaus auch Flugaufnahmen machen.

Nach einer kurzen wetterbedingten Flucht ins Auto konnten wir unser Fotovorhaben dann weiter verfolgen. Und es sollte so kommen, wie wir uns das gewünscht hatten. Die Eulen – am Sonntag konnten wir insgesamt drei beobachten – waren sehr aktiv auf der Wiese und zeigten viele Flüge. Dies lag leider mitunter auch daran, dass einige Fotografen es sich nicht verkneifen konnten den Eulen sofort hinterherzulaufen und dicht auf die Pelle zu rücken, sobald sie sich hingesetzt hatten. Dadurch wurden die Eulen mehrfach aufgeschreckt und zum Flug gezwungen. Wir verfolgten hier eine andere Taktik, die sich sogar als die erfolgreichere herausstellen sollte. Wir suchten uns einen Standort in der Wiese und warteten dort einfach, bis eine der Eulen auf ihren Jagdflügen an uns vorbei flog oder sich sogar dicht neben uns ins Gras setzte. Die dabei entstandenen Fotos entschädigen absolut für den langen Anfahrtsweg.

 

Schön ist auch gewesen, dass wir sehr wechselnde Wetterbedingungen und daher auch sehr wechselndes Licht hatten. So war es möglich die Eulen in allen erdenklichen Situationen zu fotografieren.

 

 

Ein fotografisches Highlight folgte dann relativ spät am Tag. Eine der Sumpofohreulen hatte sich wieder mal ins Gras gesetzt und hinter einem Grasbüschel etwas Schutz vor dem doch kräftigen Wind gesucht. Nachdem sie einige Zeit von anderen Fotografen belagert wurde, entschieden diese sich dazu ihren Standort noch einmal zu wechseln. Ohne andere Fotografen um uns herum konnten wir uns der Eule dann nähern. In einiger Entfernung hockten wir uns auf den Boden und machten ein paar Bilder.

Als ich merkte, dass die Eule sich von diesen Fotos nicht gestört fühlte, versuchte ich noch etwas näher heran zu kommen. Auf dem Bauch liegend kroch ich langsam an die Eule heran und beobachtete dabei ihr Verhalten. Sie hatte mich schon lange gesehen und schaute mich auch immer mal wieder direkt an. Eine bedrohliche Wirkung hatte ich aber offensichtlich nicht, denn sie drehte den Kopf auch immer  wieder weg von mir. Schlussendlich war ich ca. 5-6m von ihr entfernt (ich hatte den Fokusbegrenzer des Objektivs auf 7m gestellt und musste ihn zwischendurch umstellen) und konnte einmalige Portraitfotos machen.

In meiner Jackentasche hatte ich auch noch die Konverter, sodass mir letztendlich auch ein Portraitfoto mit maximalem Abbildungsmaßstab gelang.

Nach über 5 Stunden Fotografie auf der Wiese traten wir gegen 16 Uhr die Heimreise an. Ich hatte über 1000 Bilder gemacht und war mit der Ausbeute des Tages sehr zufrieden. So nah werde ich einer Sumpfohreule wohl so bald nicht mehr kommen. Wer weiß, ob es mir überhaupt noch einmal gelingen wird…

Die Fotos aus diesem Beitrag sind nun auch in der Wildlife-Galerie eingefügt und können dort in voller Größe betrachtet werden.