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Tierfotografie im Gehege des Nationalpark Bayerischer Wald

Hallo zusammen,

lange habe ich hier nichts mehr geschrieben, was vielleicht auch daran liegt, dass ich die Kamera im vergangenen halben Jahr nicht so oft in der Hand hatte wie ich es mir gewünscht hätte. Nun gibt es aber mal wieder eine Fotoserie, die ich hier präsentieren möchte!

Schon seit einiger Zeit wollte ich immer mal im Nationalpark Bayerischer Wald vorbei schauen, um das dortige Tierfreigelände bei Neuschönau (weitere Infos) zu besuchen. Die Berichte, die ich bis dato von dieser Anlage gelesen hatte, waren durchweg positiv. Kein Eintritt, nur geringe Parkplatzgebühren, rund um die Uhr zugänglich, große und naturnah gestaltete Gehege – eigentlich alles, was das Tierfotografenherz so begehrt.
Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass wir dieses Jahr ein paar Tage unseres Familienurlaubs im Bayerischen Wald verbringen konnten. So ergab sich für mich die Möglichkeit das Tierfreigelände bei Neuschönau an drei Tagen hintereinander ausgiebig zu erkunden und dort zu fotografieren.
Da der Rundweg im Tierfreigelände beachtliche 7km lang ist und über einige Anstiege verfügt, habe ich mir das Gelände aufgeteilt und an keinem Tag alle Gehege besucht. Von den unterschiedlichen Parkplätzen aus ging es in einen Teil des Geländes und nur zu ein paar Tierarten, was sich fotografisch auszahlen sollte.

Beginnen möchte ich mit den Eulenvolieren, in denen man Waldohreule, Waldkauz, Raufußkauz und Habichtskauz ganz nahe ist. Als begehbare Voliere angelegt, ist man nur beim Habichtskauz durch dünne vertikale Drähte von den Vögeln getrennt.

Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Waldohreule
Gleich zu Anfang saß eine der Waldohreulen für mich in perfekter Fotoposition.

Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Raufußkauz
Man könnte meinen, dieser Raufußkauz wäre mit meiner Anwesenheit nicht einverstanden gewesen. Tatsächlich war es ein Gähnen. 😉
Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Habichtskauz
Den Habichtskauz habe ich erst am letzten Tag einigermaßen brauchbar erwischt. Davor war er stets durch die Vegetation verdeckt und nicht zu fotografieren.

Hinter den Eulen kam für mich als nächstes das Bärengehege, in dem derzeit ein Pärchen mit den beiden Jungtieren aus dem letzten Jahr leben. Die meiste Zeit sind Braunbären sehr gemütliche Gesellen, sodass ich sie insgesamt selten zu Gesicht bekam. Hinzu kommt, dass das Bärengehege wirklich weitläufig und voller Versteckmöglichkeiten ist, sodass sich die Bären hier auch gut zurückziehen können. Das trifft übrigens auf alle Gehege im Tierfreigelände zu! Möchte das Tier nicht gesehen werden, so wird man es auch nicht zu Gesicht bekommen.

Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Braunbär
Ein erster Blick auf einen der Braunbären, direkt durch dichte Blätter.

Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Braunbär
Bei einer weiteren Gelegenheit zeigten sich dann auch die Jungtiere, die in der Körpergröße schon an ihre Mutter heranreichen.

Hinter dem Bärengehege lag direkt die Greifvogelvoliere, die in zwei Bereiche unterteilt ist. Auf der einen Seite leben zwei Schreiadler zusammen mit einem Schwarzstorch, auf der anderen mehrere Wespenbussarde und Schwarzmilane in Vergesellschaftung. Auch hier ist die Voliere wieder begehbar und nur auf der Seite der Schreiadler mit vertikalen Drähten abgetrennt. Die Wespenbussarde auf der anderen Seite flogen mir des öfteren über den Kopf. 😉

Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Schwarzstorch
Der Schwarzstorch. Die Umgebung passt ganz gut zu seinem wirklichen Habitat, denn als Waldbewohner lebt er eher versteckt.
Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Wespenbussard
Einer der Wespenbussarde hatte mich genau im Blick und posierte dabei hervorragend.
Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Wespenbussard
Mit etwas Glück gelangen mir auch Abflugfotos vom Wespenbussard. Ich war zufällig zur Fütterungszeit vor Ort, als die Vögel sehr aktiv waren.

Weiter geht es mit den Wildkatzen, die ebenfalls in einem begehbaren Gehege leben. Hier war ich von der Gehegegröße ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Mit den räumlichen Möglichkeiten die im Tierfreigelände gegeben sind hätte man den Wildkatzen durchaus ein größeres Gehege spendieren können. Da kenne ich wesentlich kleinere Wildparks, die den Katzen ähnlich viel oder sogar viel mehr Freiraum bieten. Dennoch sind mir auch hier ein paar brauchbare Aufnahmen gelungen.

Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Wildkatze
So frei waren sie selten zu beobachten.

Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Wildkatze
Etwas Neugier schwingt auch bei den jungen Wildkatzen noch mit. 😉
Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Wildkatze
Zu zweit fühlt es sich dann aber doch sicherer an.

Obwohl mit dem Uhu auch die größte Eulenart im Tierfreigelände gehalten wird, ist er nicht bei den anderen Eulen angesiedelt. Der Uhu hat eine eigene begehbare Voliere zwischen Luchs und Wildkatzen. Bei meinen Besuchen dort saßen die beiden Uhus jedoch auf den immer gleichen Plätzen in der Felswand.

Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Uhu
Fotogen, aber mit wenig Abwechslung: der Uhu in der Felswand.

Vom Uhu ging es weiter zu den Wölfen, die – ganz im Gegenteil zu dem vergleichsweise kleinen Wildkatzengehege – ein riesiges Areal zur Verfügung haben. Das Gehege der Wölfe liegt am Hang und mittig ist eine Aussichtsplattform für die Besucher eingerichtet, von der man mehr oder weniger alle Gehegeteile gut einsehen kann. Trotzdem ist man von den Wölfen dort oft noch sehr weit entfernt, weshalb ein Fernglas hier gute Dienste leistet. Wir waren zufällig zur Fütterungszeit (Mo/Mi/Fr – ca. 13:30 Uhr) dort und konnten das Rudel daher gut sehen.

Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Europäischer Wolf
Ein einzelner Wolf lief schon vor der Fütterung immer mal wieder an der Aussichtsplattform vorbei.
Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Europäischer Wolf
Zur Fütterung wird die Ration dann auf diesen Stein gelegt, der danach von den Wölfen einzeln angelaufen wird.

Nach den Wölfen sind wir als Familie dann noch durch das Wildschweingehege gegangen, welches die Größe des Wolfsgeheges nochmal übertrifft und auch begehbar ist. Alleine der Spaziergang durch dieses Gehege hat für uns mindestens 10 Minuten gedauert, so groß ist das Areal. Hier bekamen wir auch nur ein Wildschwein zu Gesicht.

Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Wildschwein
Das Wildschwein trieb sich gerade an einer der Futterstellen herum. Die hügelige Landschaft ermöglichte auch sehr tiefe Perspektiven.

Mein persönliches Highlight hatte ich dann beim Luchs, welcher auch ein Gehege am Hang mit vielen Versteckmöglichkeiten bewohnt. An den ersten beiden Tagen bekam ich ihn immer nur sehr kurz, sehr versteckt oder eben auch gar nicht zu Gesicht.

Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Luchs
Eine kurze Audienz im Dickicht, mehr gab es die ersten zwei Tage beim Luchs nicht.
Tierfotografie Niklas Mattern. Nationalpark Bayerischer Wald, Tierfreigelände Neuschönau, Luchs
Dafür präsentierte er sich am letzten Abend so, dass ich ihn mit der untergehenden Sonne im Hintergrund fotografieren konnte. Für mich eines der absoluten Highlights dieser drei Tage!

Insgesamt muss ich sagen, dass das Tierfreigelände bei Neuschönau sicher (mit) die schönsten und natürlichsten Gehege für einheimische Wildtiere bietet, die ich kenne. Bei einzelnen Arten sind die Gehege in großen Wildparks ähnlich oder besser gestaltet, in der Summe hat das Tierfreigelände allerdings die Nase deutlich vorn. Mindestens ein weiterer Besuch wird in Zukunft wohl folgen, auch weil ich das zweite Tierfreigelände bei Falkenstein (dort besonders das Wolfsgehege) noch erkunden möchte.

Gute Tradition: das Fotobuch 2016 ist fertig!

Hallo zusammen,

nun ist das Jahr 2016 schon wieder über eine Woche vorbei und alle Fotos des Jahres sind bearbeitet und auf der Festplatte abgelegt. Damit sie dort nicht elendig versauern, habe ich mir – wie in den vergangenen Jahren – wieder ein Fotobuch bei Saal-Digital anfertigen lassen.

Das Cover – dieses Mal ist das Buch in einem Grünton gehalten, wie auch diese Homepage!

In diesem Buch finden sich nun auf 112 Seiten und dem Cover insgesamt 117 meiner Fotos aus 2016 wieder. Quasi eine Bilderschau meines Fotojahres! Saal-Digital ist Dienstleister meiner Wahl, da die Qualität wie immer stimmt und der Service – sofern man ihn in Anspruch nehmen muss – erstklassig ist.

Die Farben sind wie im Original, die Ausbelichtung gibt die ursprüngliche Aufnahme perfekt wieder!

Schön finde ich bei Saal-Digital wie gehabt die Bindung, die es ermöglicht auch Fotos über die Buchmitte zu gestalten:

Die Bindung ist so gestaltet, dass die Seiten flach liegen und sich nicht mittig aufwerfen.

Diese Bindung erlaubt zum Beispiel die Einbindung von Panoramaaufnahmen, hier im 3:1-Format:

Insgesamt ist so ein ausbelichtetes Fotobuch natürlich in dieser Größe keine günstige Angelegenheit. Aber die Qualität ist es mir wert, zumal die Fotos in dieser Form wesentlich mehr Wertschätzung erfahren als wenn ich nur die digitale Datei hätte.

Wie handhabt ihr das? Wie sorgt ihr dafür, dass eure Fotos ansprechend präsentiert werden?

Das Jahr 2016 – Rückblick und Dank

Hallo zusammen,

nun ist schon wieder ein Jahr vergangen und wir schreiben mittlerweile 2017. Diese Homepage ist morgen seit genau einem Jahr online und in diesem einen Jahr ist sehr viel passiert!
Als erstes möchte ich mich für die Unterstützung und das Interesse an meinen Bildern bedanken. Es ist unglaublich, wieviel Kommentare, Mails, Nachrichten und andere Reaktionen ich hier über die Homepage, über Facebook oder auch im persönlichen Gespräch bekomme! Das spornt mich an, auch in 2017 dort weiter zu machen und meine Fotografie kontinuierlich zu entwickeln. DANKE!

Nun, wie oben schon erwähnt war 2016 ein sehr ereignisreiches Jahr für mich, sowohl fotografisch als auch privat. Ich habe mich in diesem Jahr merklich weniger in Zoos oder Wildparks herumgetrieben, sondern mehr Aufnahmen in freier Wildbahn getätigt. Dies ist sicherlich auch den „Umständen“ des vergangenen Jahres geschuldet, die weitere Reisen in noch unbekannte Einrichtungen nicht zugelassen haben.

Zu Jahresbeginn im Januar gab es für mich fotografisch nichts zu holen. Erst im Februar ging das Fotojahr für mich so richtig los, als ich mit den Sumpfohreulen eines meiner Jahreshighlights erlebte. Der März plätscherte ruhiger daher. Ich war hauptsächlich im nahen Naturschutzgebiet unterwegs. Dafür war der April umso ereignisreicher. Ein Kurztrip raus auf die Helgoländer Düne zu Kegelrobben und Seehunden läutete diesen Monat ein. Ausserdem stand ein Trip nach Mecklenburg-Vorpommern in die Feldberger Seenlandschaft an. Hier konnte ich einige schöne Tage verbringen und habe einen ganzen Tag lang nur dem hierzulande sehr seltenen Schreiadler gewidmet. Ganz nebenbei konnte ich in dieser Zeit dort auch meine ersten wirklich guten Eisvogelaufnahmen machen. Durch einen kleinen Eingriff immobilisiert, verbrachte ich den Mai fast ausschließlich auf dem heimischen Sofa. Auch im Juni suchte ich mir, noch immer nicht uneingeschränkt mobil, mit den Kaninchen im Stadtpark eher naheliegende Ziele. Die Monate Juli und August gehörten dann ganz der Familie. In dieser Zeit fuhr ich lediglich zu einer Schlangenadler- und einer Krauskopfpelikanbeobachtung ganz in der Nähe, die aber fotografisch nichts einbrachten. Auch im September war – ausser einem tollen Ausflug ins Wisentgehege Springe – nicht viel zu holen. Erst im Oktober kam mit dem Familienurlaub in Dänemark wieder Schwung in die Fotografie. Zufällig spielte sich ganz in der Nähe unseres Urlaubsortes nämlich zeitgleich die Rotwildbrunft ab, die ich dann an einigen Tagen fotografisch festhalten konnte. Ein weiteres Jahreshighlight war entstanden! Nach einem ruhigen November endete das Jahr im Dezember dann mit den ersten Eisvogelaufnahmen, die ich in unmittelbarer Nähe meines Wohnortes machen konnte.
Ihr seht: trotz einiger Ausfallzeiten in denen ich wenig fotografiert habe, ist das Jahr nicht ohne erstklassige Fotomöglichkeiten vorüber gegangen. Deshalb möchte ich euch an dieser Stelle meine Top12-Aufnahmen des vergangenen Jahres zeigen und gleichzeitig beschreiben, wieso sie für mich so besonders sind.
Los gehts!

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Sumpfohreule
Dieses Foto zeigt eine Sumpfohreule, die hinter ein paar Grasbüscheln Schutz vor dem doch sehr strengen Küstenwind gesucht hatte. Ich konnte mich dieser seltenen Art auf wenige Meter nähern und sie in diesem Umfeld fotografieren. Diese Nähe zu einer sonst so scheuen Art ist einmalig für mich gewesen und wird es wohl auch für lange Zeit bleiben!

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Jahreskalender 2017 – jetzt bestellen!

Hallo zusammen,

nachdem mich immer mal wieder Anfragen dazu erreicht haben, habe ich mich dazu entschlossen dieses Jahr zum ersten Mal einen Jahreskalender zum Kauf anzubieten. Ideal z.B. als Weihnachtsgeschenk! 😉
Er enthält einen bunten Mix meiner besten Aufnahmen aus freier Wildbahn.
Den Kalender biete ich im Querformat in zwei Größen an: 30x20cm (A4) oder 45x30cm (A3).
Es handelt sich um einen qualitativ hochwertigen Kalender der auf echtem Fotopapier belichtet wird. Im Prinzip also ein großer Fotoabzug – kein einfacher Druck.

Die Kosten für den Kalender belaufen sich pro Stück auf 19,95€ (A4) bzw. 29,95€ (A3) zzgl. 3,95€ Versandkosten pro Bestellung. Die Bezahlung erfolgt per Vorkasse.

Bestellen könnt ihr ab sofort per Mail unter info@tierfotografie-mattern.de. Bitte teilt mir dabei sowohl Versand- und Rechnungsadresse als auch die gewünschte Anzahl und Größe der Kalender mit. 🙂

Sollten noch Fragen bestehen, meldet euch einfach bei mir!

Kalender2017Deckblatt
Kalender2017Januar
Kalender2017Februar
Kalender2017März
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Kalender2017Juni
Kalender2017Juli
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Kalender2017September
Kalender2017Oktober
Kalender2017November
Kalender2017Dezember

Tierfotografie und Familienurlaub

Hallo zusammen,

einige Monate war es still hier, nun kommt endlich mal wieder ein kleiner Eintrag von mir. 😉
Urlaube eignen sich ja hervorragend dazu, mal in die Tierwelt einer anderen Region oder gar eines anderen Landes einzutauchen und andere Fotos mit nach Hause zu bringen als sonst. Wenn es sich bei dem Urlaub um einen Familienurlaub handelt – wie in meinem Fall – dann kann man natürlich nicht Tag und Nacht der Fotografie frönen. Umso schöner ist es, wenn man sich dann doch mal ein paar Stündchen frei schaufeln kann. Man sollte sich aber im Vorfeld schon etwas informieren, um die Motive leichter zu finden.

In meinem Fall wusste ich bereits seit langem, dass unser dänisches Urlaubsgebiet bekannt für seinen großen Rotwildbestand ist. Da es für mich sehr zeitaufwändig wäre, die Rotwildbrunft und Rotwild generell in Deutschland zu fotografieren, kam mir diese Gelegenheit ganz recht.
An zwei Abenden wollte ich also versuchen, einige Eindrücke vom Rotwild einzufangen. Die Fläche, auf der sich das Rudel meist aufhielt, lag abends immer genau im Gegenlicht. Also versuchte ich das beste aus den gegebenen Bedingungen zu machen.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Rotwild
Der Platzhirsch – schon leicht gezeichnet von den Strapazen der Brunft

Der Platzhirsch hielt das Rudel schön beisammen und die Widersacher auf Abstand.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Rotwild
Von der erhöhten Position hatte er seine Damen immer im Blick.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Rotwild
Näherte sich einer der Kontrahenten, wurden die Ansprüche lautstark untermauert.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Rotwild
Der prüfende Blick über die Schulter.

Von den Widersachern gab es so einige, wobei man bei den meisten nicht erwarten würde, dass sie in diesen jungen Jahren schon ernsthafte Ansprüche stellen würden.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Rotwild
Dieser junge Hirsch hatte mit der Brunft sicher noch nichts zutun. Er hielt sich unauffällig mit anderen jungen Hirschen am Rand.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Rotwild
Dieser auch erst halbstarke Hirsch hat es immerhin geschafft, fast eine Hand voll Damen von sich zu überzeugen.

So konnte ich einige schöne Stunden im besten Abendlicht die letzten Ausläufer der Brunft fotografieren und vor allem beobachten. Die Kulisse war traumhaft: weite Heidelandschaft, im sanften Übergang zur Dünenlandschaft der Nordseeküste. Aus allen Himmelsrichtungen ertönte in regelmäßigen Abständen das laute Röhren der Platzhirsche (ja, in dem Gebiet gab es mehrere große Rudel mit je einem führenden Hirsch).
Und ganz ungeplant entdeckte ich dann unweit des Weges eine Gruppe Goldregenpfeifer, die ich eigentlich nicht auf dem Zettel hatte. Aber wenn sie sich schonmal so schön präsentierten, wollte ich auch davon ein paar Fotos machen.

Tierfotografie Niklas Mattern. Wildlife, Goldregenpfeifer
Die Gruppe ist bereit zur Nachtruhe.

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Goldregenpfeifer
Ein einzelner Goldregenpfeifer saß im richtigen Winkel zur untergehenden Sonne, sodass ich ihn im Foto in wunderbar warmes Abendlicht tauchen konnte.

Insgesamt hat sich der Urlaub auch fotografisch gelohnt – trotz der eingeschränkten Zeit. 🙂

Urban Wildlife: im Kaninchenpark!

Hallo zusammen,

da ich nach einem kleineren Eingriff noch nicht wieder 100% mobil bin, kommen größere Fototouren derzeit nur bedingt in Frage. Also musste ich mir neue fotografische Ziele suchen, die für mich gut erreichbar sind. Da bot sich ein fußläufig erreichbarer Park an. Mitten in der Stadt tummeln sich hier zwielichtige Gestalten, aber auch eine Menge Wildkaninchen. Diese haben den Park als Lebensraum entdeckt und können hier, nahezu frei von natürlichen Feinden, gut leben. So zog es mich abends, als die Temperaturen erträglicher wurden, mal mit der Kamera in den besagten Park.

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Wildkaninchen, Kaninchen
Wildkaninchen

Die Wildkaninchen dort haben zwar die Scheu vor dem Menschen größtenteils abgelegt, sind aber trotzdem immer wachsam und verschwinden bei drohender Gefahr (freilaufenden Hunden, lautem Gelächter, etc.) sofort in einem der unzähligen Baue. Ich setzte mich also erstmal auf eine der Parkbänke um zu beobachten, wo die Kaninchen sich bevorzugt aufhalten und wo es dann lohnenswert wäre, auf Fotos zu hoffen. Nach einiger Zeit kamen sie auch nach und nach wieder hervor und fingen an, auf den Wiesen am Gras zu fressen.

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Wildkaninchen, Kaninchen
Wildkaninchen

Als die Gruppe vollzählig auf der Wiese erschienen war wurde klar: sie haben anscheinend einen frischen Wurf mit noch ziemlich kleinen Jungtieren. Diese wieselflinken Zwerge hatten es mir in der Folge besonders angetan, waren jedoch durch die Geschwindigkeit und teilweise schwierige Lichtverhältnisse gar nicht so einfach zu erwischen.

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Wildkaninchen, Kaninchen
Wildkaninchen

Nach ungefähr anderthalb Stunden habe ich dann den Heimweg angetreten. Den Park werde ich in Zukunft sicher noch öfter aufsuchen, auch weil sich dort noch einige Eichhörnchen rumtreiben. Diese sind leider an anderen bekannten Stellen nahezu vollständig verschwunden.

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Eichhörnchen
Eichhörnchen

Als Fazit lässt sich sagen, dass es nicht immer die große, weite Wildnis sein muss. Auch kleinere Lebensräume in unmittelbarer Nähe zu den Menschen werden von bestimmten Tierarten sehr erfolgreich erobert. Auch hier lohnt sich das Fotografieren!

Abschließend noch einige Impressionen aus dem Park:

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Wildkaninchen, Kaninchen
Wildkaninchen

 

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Wildkaninchen, Kaninchen
Wildkaninchen

 

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Wildkaninchen, Kaninchen
Wildkaninchen

 

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildlife, Wildkaninchen, Kaninchen
Wildkaninchen

Ein Tag im Schreiadlerrevier

Hallo zusammen,

mittlerweile ist mein letzter Blogeintrag fast zwei Monate her und es wird Zeit von ein paar besonderen Erlebnissen in der Zwischenzeit zu berichten! Im April war ich gemeinsam mit einem Fotofreund wieder einmal ein paar Tage in Mecklenburg-Vorpommern. Diese Tage sollten ganz im Zeichen der Tierfotografie stehen und so hatten wir uns als oberstes Ziel vorgenommen, Fotos vom seltenen Schreiadler mit nach Hause zu bringen.

Dies gestaltet sich jedoch insofern schwer, als dass es auf deutschem Boden nur noch ca. 100 Brutpaare dieses kleinen Adlers gibt, die sich auf die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg verteilen. Eine Suche auf eigene Faust erscheint da nur sehr wenig sinnvoll und dürfte vor allem wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als wir beiden durch Urlaubstage zur Verfügung gehabt hätten. Also fiel die Wahl auf einen vorbereiteten Ansitzplatz, der sich mitten in einem Schreiadlerrevier befindet und an dem seit mehreren Jahren erfolgreich Schreiadler fotografiert werden konnten.

Dort angekommen dauerte es nicht allzu lange, bis sich der erste Gast an dem kleinen Gewässer blicken ließ. Jedoch war es (noch) nicht der Schreiadler, sondern eine weibliche Rohrweihe die sich zu uns gesellte.

Auch andere Gäste, wie zum Beispiel mehrere Mäusebussarde und eine Bachstelze konnten wir in Verstecknähe fotografieren.

 

Doch irgendwann war der Moment gekommen, an dem der Schreiadler zum ersten Mal auf der Bildfläche erschien. Durch den eingeschränkten Blick aus dem Versteck hinaus konnten wir ihn erst spät bemerken. Er kam in typischer Schreiadlermanier!

Nachdem er sich ausgiebig umgesehen hatte und die Lage für sicher genug befunden wurde, fing der Schreiadler an langsam immer näher zu marschieren. Dies ist übrigens eine typische Jagdmethode des Schreiadlers, der sehr viel „zu Fuß“ unterwegs ist und sich dabei kleinere Beutetiere aus dem Gras fängt.

Über den Tag verteilt war der Schreiadler auf diese Weise mehrfach am Ansitzplatz und wir konnten ihn ausgiebig fotografieren und auch beobachten. Manchmal war er auch aus dem Blickfeld verschwunden und wir konnten seine Rufe in einer Baumreihe in einiger Entfernung hören. Ein einziges Mal nahm auch er auf dem Koppelpfahl Platz, sodass wir auch den Schreiadler in sehr schöner Freistellung festhalten konnten.

Zu unserem Glück spielte auch das Wetter halbwegs mit, sodass wir eigentlich den ganzen Tag über mit Sonnenlicht ausgestattet wurden. Zwar sind die technischen Möglichkeiten der Kameras heute sehr weit und wir hätten ihn auch an einem bewölkten Tag fotografieren können, aber für das letzte Quentchen Bildqualität ist ausreichendes Licht doch unersetzlich.

Schlussendlich hatten wir schon einige Bilder des Schreiadlers am Boden und auf dem Koppelpfahl auf den Speicherkarten. Bis dato hatten wir uns nur getraut unsere Objektive sehr langsam zu bewegen, um den Schreiadler durch die Bewegungen nicht aufzuschrecken (die teilweise aus dem Versteck herausragenden Objektive sind das einzige, was man von ausserhalb sehen kann). Wir entschieden uns nun aber dazu, es doch auch einmal mit Flugbildern zu versuchen. Das sollte sich als gar nicht so einfach herausstellen, denn der Schreiadler flog leider überwiegend an der Seite des Verstecks vorbei, die von uns nur schwer erreichbar war. Hier war dann eine gute Reaktionszeit gefragt, denn er verschwand schnell aus der Reichweite unserer Objektive. Leider schaffte es der Autofokus nicht immer, schnell genug auf den Kopf des Schreiadlers zu fokussieren.

Aber auch wenn der Autofokus traf und der Adler die bessere „Abflugroute“ nahm, blieben die Fotos schwierig. Teilweise kam er im Flug dann sehr nah an das Versteck heran und wir konnten ihn nicht mehr komplett auf das Bild kriegen.

Schlussendlich war uns das Glück aber dann doch noch hold und uns gelangen Flugaufnahmen des Schreiadlers bei denen einfach alles passte.

Als die Sonne sich dann gegen Abend wieder knapp über den Horizont schob, verließen wir das Versteck und traten den Heimweg in Richtung Hotel an. Der Tag im Schreiadlerrevier verlief für uns sehr erfolgreich und wir werden uns sicher noch lange an den Fotos erfreuen und damit auch die Erinnerungen im Kopf wieder hervorholen. Eines steht für uns fest: sollte es die Zeit erlauben, werden wir wiederkommen und den Schreiadler ein weiteres Mal besuchen!

Oft belächelt: die Tierfotografie im Gehege!

Hallo zusammen,

da ich momentan durch eine Verletzung buchstäblich lahm gelegt bin, mich aber ohne die Fotografie nur schwer beschäftigen kann, gibt es heute den nächsten Blogeintrag von mir.

Ich möchte mich hier einem Thema widmen, dass sicherlich in Kreisen der Tierfotografen kontrovers diskutiert wird: der Tierfotografie in Gehegeeintrichtungen. Dieser Teilbereich umfasst alle möglichen Gehegeeinrichtungen, seien es Zoos, Tier- oder Wildparks oder auch größere Tierfreigehege.

Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch darauf, dieses Thema allumfassend zu diskutieren und darzustellen. Viel mehr möchte ich meine Sicht der Dinge darlegen.

Diejenigen, die sich mit diesem Thema noch nie auseinandergesetzt haben, werden sich nun fragen: was kann man denn eigentlich gegen Gehegefotografie haben? Nun, da ist zum einen die generelle Abneigung gegenüber Tieren in „Gefangenschaft“. Wer sich also ganz allgemein nicht mit dem Konzept eines Tiergeheges identifizieren kann, wird dort natürlich auch aus fotografischen Aspekten keinen Spaß haben können. Eine zweite Gruppe der Gegner ist bei den eingefleischten Wildlifefotografen zu finden. Diese empfinden meist nur die Tierfotografie in freier Wildbahn als wahre Tierfotografie und belächeln die Fotografen, die sich auch in Gehegeeinrichtungen herumtreiben. Zugegeben: sich in freier Wildbahn ein Motiv zu erarbeiten erfordert ein vielfaches an Zeit und Einsatz. Daher ist das Erfolgserlebnis dort natürlich auch um ein vielfaches größer. Trotzdem hat auch die Gehegefotografie für mich ihren ganz besonderen Reiz…

Was macht nun die Gehegefotografie aus?

Für mich sind Gehegeeinrichtungen vor allem Übungsorte. Hier kann ich fotografische Techniken ausprobieren und in aller Ruhe experimentieren, ohne die Angst haben zu müssen, dass das Bild nichts wird und der Moment eventuell nie wieder kommt. Ich kann mich in aller Ruhe mit Kamera und Objektiven vertraut machen und habe die Sicherheit, dass mir auf jeden Fall Motive vor die Linse kommen. Das ist naturgemäß in freier Wildbahn nicht immer gegeben. Ebenso kann ich es sehr genießen, mich einmal nur auf die fotografischen Aspekte der Tierfotografie zu konzentrieren. Ich muss mein Motiv nicht lange suchen, beobachten, auskundschaften – ich kann einfach nur fotografieren. Das ist mitunter wesentlich entspannender als man denkt!

Wer nun denkt, dass die Gehegefotografie völlig ohne Herausforderungen sei, der ist auf dem Holzweg. Für mich ist ein Foto im Gehege erst dann gut, wenn man am Foto selbst nicht erkennt, dass es in einem Gehege aufgenommen wurde. Auch davon gibt es natürlich Abweichungen – bei ganz besonders seltenen Momenten z.B. -, generell versuche ich aber dieses Kriterium mit meinen Fotos zu erfüllen. Dabei gilt es dann, sowohl störende Zäune im Vorder- und Hintergrund, als auch allzu künstliche Gehegeeinrichtung auszublenden. Das passiert bei mir teilweise einfach über den gewählten Bildausschnitt, aber auch über eine große Blendenöffnung und damit verbunden eine hohe Unschärfe in Vorder- und Hintergrund.

Auch wenn die Gehegefotografie dem Fotografen die Motive manchmal auf dem Präsentierteller anbietet, kann es doch lange dauern, bis man ein gewünschtes Foto auf der Speicherkarte hat. Selbst wenn Vorder-/Hintergrund und Umgebung im Gehege passend sind, das Licht stimmt und der Fotograf bereit ist, muss das Tier mitspielen. Wenn mein Motiv nun also nicht zum perfekten Zeitpunkt an der geplanten Stelle auftaucht, dann muss ich das Bild weiter im Kopf behalten und versuchen es bei einem späteren Besuch zu realisieren. So kann es durchaus passieren, dass ich für eine Aufnahme insgesamt mehrere Stunden vor einem Gehege warte.

Für mich wird die Gehegefotografie auch weiterhin einen hohen Reiz haben und einen ebenso hohen Stellenwert einnehmen.

 

Nachfolgend möchte ich noch ein paar Bilder aus der Galerie zeigen und erläutern, wie die Aufnahmebedingungen waren.

Tierfotografie Niklas Mattern, Wisentgehege Springe, Braunbär
Hier habe ich die Perspektive so gewählt, dass ich mit dem Bären möglichst auf Augenhöhe bin. Dies gelingt – wie auch hier – nicht immer perfekt, aber mit einer langen Brennweite stimmt der optische Eindruck dann doch.

 

Tierfotografie Niklas Mattern, Wisentgehege Springe, Braunbär
Wären die überhängenden Blätter im oberen Bildteil nicht gewesen, hätte man hier deutlich die Elemente des Holzzaunes im Hintergrund gesehen. Ich habe mir also ein Loch in den Blättern gesucht um den Bären scharf und deutlich abzubilden, den Rest aber zu „verdecken“.

 

Tierfotografie Niklas Mattern, Wildpark Alte Fasanerie Hanau, Luchs
Hinter dichtem Maschendrahtzaun konnte ich diesen Luchs fotografieren. Diese Art von Zäunen stellen nur ein Problem dar, wenn man nicht nah genug an sie heran kommt. Hier konnte ich mit dem Objektiv fast direkt am Zaun fotografieren, sodass der Zaun in der Unschärfe verschwindet.

 

Tierfotografie Niklas Mattern, Wisentgehege Springe, Przewalski-Pferd, Pferd
Bietet das Gehege genug Platz und ist naturnah gestaltet, sind auch kleinere Abbildungsmaßstäbe möglich!

 

Tierfotografie Niklas Mattern, Falkenhof im Wisentgehege Springe, Sakerfalke
Hier bildet das Herbstlaub einen schönen Hintergrund. Ich habe mit dem Auslösen gewartet, bis der Falke genau vor diesem Baum flog, sodass sich diese Farbenpracht zeigen konnte.

 

Tierfotografie Niklas Mattern, Falkenhof im Wisentgehege Springe, Wespenbussard
Der Wespenbussard saß hinter dichtem Volierendraht. Nur mit einer langen Brennweite, möglichst wenig Abstand zwischen Draht und Objektiv und einer weit geöffneten Blende bekommt man den Draht ausgeblendet.

 

 

Zu Gast bei den Sumpfohreulen

Hallo zusammen!

Am vergangenen Wochenende hatte ich zum ersten Mal seit Wochen wieder die Gelegenheit, ausgiebig zu fotografieren.

Nachdem der Sonntag noch nicht verplant war, habe ich am Samstag den Entschluss gefasst zusammen mit einem anderen Fotografen am Sonntag den weiten Weg an die Nordseeküste zu den Sumpfohreulen anzutreten. Durch mehrere Fotos und Berichte in unterschiedlichen Foren hatte ich davon erfahren, dass mehrere dieser sonst sehr scheuen Eulen dort ohne große Fluchtdistanz auf einer Hundewiese zu fotografieren sind.

Gesagt, getan! Am Sonntag ging es also um 8 Uhr hier in Braunschweig los auf die 270km lange Strecke bis zur Nordsee. Bedingt durch wenig Verkehr und die Autobahn, die bis zu unserem Zielort führt, kamen wir schnell durch und waren gegen 10:30 Uhr am Zielort. Beim ersten Blick auf die Wiese wurde klar, dass einige andere Fotografen schon vor Ort waren und die Eulen entdeckt hatten. Sie ruhte gerade im Gras, vor ihr im Halbkreis hatten die Fotografen aufgebaut. Der Abstand zur Eule war so gering wie in den Berichten beschrieben, sie zeigte wirklich kaum Scheu. Sumpfohreulen gelten in Deutschland als vom Aussterben bedroht und sind nicht häufig anzutreffen. Ausserdem zeigen die hier heimischen Exemplare eine große Scheu und sind nur schwer vor die Linse zu bekommen. Die an der Küste anwesenden Eulen kommen augenscheinlich aber aus Gebieten zu uns zum Überwintern, in denen sie den Menschen nicht als Bedrohung wahrnehmen und daher auch nicht vor ihm Fliehen müssen.

Nach ein paar Fotos der Eule im Gras haben wir uns dann schnell einen anderen Standort auf der Wiese ausgesucht. Mit allen anderen Fotografen eine schlafende Eule zu belagern war nicht unbedingt unser Ziel. Wir wollten über diese Fotos hinaus auch Flugaufnahmen machen.

Nach einer kurzen wetterbedingten Flucht ins Auto konnten wir unser Fotovorhaben dann weiter verfolgen. Und es sollte so kommen, wie wir uns das gewünscht hatten. Die Eulen – am Sonntag konnten wir insgesamt drei beobachten – waren sehr aktiv auf der Wiese und zeigten viele Flüge. Dies lag leider mitunter auch daran, dass einige Fotografen es sich nicht verkneifen konnten den Eulen sofort hinterherzulaufen und dicht auf die Pelle zu rücken, sobald sie sich hingesetzt hatten. Dadurch wurden die Eulen mehrfach aufgeschreckt und zum Flug gezwungen. Wir verfolgten hier eine andere Taktik, die sich sogar als die erfolgreichere herausstellen sollte. Wir suchten uns einen Standort in der Wiese und warteten dort einfach, bis eine der Eulen auf ihren Jagdflügen an uns vorbei flog oder sich sogar dicht neben uns ins Gras setzte. Die dabei entstandenen Fotos entschädigen absolut für den langen Anfahrtsweg.

 

Schön ist auch gewesen, dass wir sehr wechselnde Wetterbedingungen und daher auch sehr wechselndes Licht hatten. So war es möglich die Eulen in allen erdenklichen Situationen zu fotografieren.

 

 

Ein fotografisches Highlight folgte dann relativ spät am Tag. Eine der Sumpofohreulen hatte sich wieder mal ins Gras gesetzt und hinter einem Grasbüschel etwas Schutz vor dem doch kräftigen Wind gesucht. Nachdem sie einige Zeit von anderen Fotografen belagert wurde, entschieden diese sich dazu ihren Standort noch einmal zu wechseln. Ohne andere Fotografen um uns herum konnten wir uns der Eule dann nähern. In einiger Entfernung hockten wir uns auf den Boden und machten ein paar Bilder.

Als ich merkte, dass die Eule sich von diesen Fotos nicht gestört fühlte, versuchte ich noch etwas näher heran zu kommen. Auf dem Bauch liegend kroch ich langsam an die Eule heran und beobachtete dabei ihr Verhalten. Sie hatte mich schon lange gesehen und schaute mich auch immer mal wieder direkt an. Eine bedrohliche Wirkung hatte ich aber offensichtlich nicht, denn sie drehte den Kopf auch immer  wieder weg von mir. Schlussendlich war ich ca. 5-6m von ihr entfernt (ich hatte den Fokusbegrenzer des Objektivs auf 7m gestellt und musste ihn zwischendurch umstellen) und konnte einmalige Portraitfotos machen.

In meiner Jackentasche hatte ich auch noch die Konverter, sodass mir letztendlich auch ein Portraitfoto mit maximalem Abbildungsmaßstab gelang.

Nach über 5 Stunden Fotografie auf der Wiese traten wir gegen 16 Uhr die Heimreise an. Ich hatte über 1000 Bilder gemacht und war mit der Ausbeute des Tages sehr zufrieden. So nah werde ich einer Sumpfohreule wohl so bald nicht mehr kommen. Wer weiß, ob es mir überhaupt noch einmal gelingen wird…

Die Fotos aus diesem Beitrag sind nun auch in der Wildlife-Galerie eingefügt und können dort in voller Größe betrachtet werden.